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Beruf Fachkraft Lagerlogistik

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Informationen zum Ausbildungsberuf Fachkraft Lagerlogistik

Was macht eine Fachkraft für Lagerlogsitik?

Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren aller Art an und prüfen anhand der Begleitpapiere deren Menge und Beschaffenheit. Sie organisieren die Entladung der Güter, sortieren diese und lagern sie sachgerecht an vorher bereits eingeplanten Plätzen. Dabei achten sie darauf, dass die Waren unter optimalen Bedingungen gelagert werden, und regulieren z.B. Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Im Warenausgang planen sie Auslieferungstouren und ermitteln die günstigste Versandart. Sie stellen Lieferungen zusammen, verpacken die Ware und erstellen Begleitpapiere wie Lieferscheine oder Zollerklärungen. Außerdem beladen sie Lkws, Container oder Eisenbahnwaggons, bedienen Gabelstapler und sichern die Fracht gegen Verrutschen oder Auslaufen. Darüber hinaus optimieren Fachkräfte für Lagerlogistik den innerbetrieblichen Informationsund Materialfluss von der Beschaffung bis zum Absatz. Sie erkunden Warenbezugsquellen, erarbeiten Angebotsvergleiche, bestellen Waren und veranlassen deren Bezahlung.

Ausbildungsinhalte & -dauer:

Im Rahmen Deiner Ausbildung erwirbst Du diese und weitere Kenntnisse:

  • Annahme/Kontrolle/Entladen von Gütern
  • Bearbeitung und Lagerung
  • Zusammenstellung von Güter zu Ladeeinheiten
  • Verpackung der Güter
  • Touren planen
  • Verladen/Versenden der Güter
  • Ausbildungszeit: 3 Jahre (Zuerst 2 Jahre Ausbildung zum Fachlageristen, danach 1 Jahr Ausbidldung zur Fachkraft Lagerlogistik)

Dein Anforderungsprofil:

  • Haupt- oder Realschulabschluss
  • Systematische, planvolle, sorgfältige Arbeitsweise
  • Praktisch-zupackendes Naturell
  • Organisatorisches Talent

Quelle: http://talentmaschine.de/viewer/-/tmview/3596821

RAHMEN LEHR PLAN
für den Ausbildungsberuf Fachlagerist/Fachlageristin (Ausbildungsjahr 1+2)
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 25.03.2004)

Teil I: Vorbemerkungen

Dieser Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht der Berufsschule ist durch die
Ständige Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Länder (KMK) beschlossen
worden.

Der Rahmenlehrplan ist mit der entsprechenden Ausbildungsordnung des Bundes (erlassen
vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie oder dem sonst zuständigen
Fachministerium im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung)
abgestimmt. Das Abstimmungsverfahren ist durch das “Gemeinsame Ergebnisprotokoll vom
30.05.1972” geregelt. Der Rahmenlehrplan baut grundsätzlich auf dem Hauptschulabschluss
auf und beschreibt Mindestanforderungen.

Der Rahmenlehrplan ist bei zugeordneten Berufen in eine berufsfeldbreite Grundbildung und
eine darauf aufbauende Fachbildung gegliedert.

Auf der Grundlage der Ausbildungsordnung und des Rahmenlehrplans, die Ziele und Inhalte
der Berufsausbildung regeln, werden die Abschlussqualifikation in einem anerkannten Ausbildungsberuf
sowie – in Verbindung mit Unterricht in weiteren Fächern – der Abschluss der
Berufsschule vermittelt. Damit werden wesentliche Voraussetzungen für eine qualifizierte
Beschäftigung sowie für den Eintritt in schulische und berufliche Fort- und Weiterbildungsgänge
geschaffen.

Der Rahmenlehrplan enthält keine methodischen Festlegungen für den Unterricht.
Selbständiges und verantwortungsbewusstes Denken und Handeln als übergreifendes Ziel der
Ausbildung wird vorzugsweise in solchen Unterrichtsformen vermittelt, in denen es Teil des
methodischen Gesamtkonzeptes ist. Dabei kann grundsätzlich jedes methodische Vorgehen
zur Erreichung dieses Zieles beitragen; Methoden, welche die Handlungskompetenz
unmittelbar fördern, sind besonders geeignet und sollten deshalb in der Unterrichtsgestaltung
angemessen berücksichtigt werden.

Die Länder übernehmen den Rahmenlehrplan unmittelbar oder setzen ihn in eigene Lehrpläne
um. Im zweiten Fall achten sie darauf, dass das im Rahmenlehrplan berücksichtigte Ergebnis
der fachlichen und zeitlichen Abstimmung mit der jeweiligen Ausbildungsordnung erhalten
bleibt.

Teil II: Bildungsauftrag der Berufsschule

Die Berufsschule und die Ausbildungsbetriebe erfüllen in der dualen Berufsausbildung einen
gemeinsamen Bildungsauftrag.
Die Berufsschule ist dabei ein eigenständiger Lernort. Sie arbeitet als gleichberechtigter
Partner mit den anderen an der Berufsausbildung Beteiligten zusammen. Sie hat die Aufgabe,
den Schülerinnen und Schülern berufliche und allgemeine Lerninhalte unter besonderer
Berücksichtigung der Anforderungen der Berufsausbildung zu vermitteln.
Die Berufsschule hat eine berufliche Grund- und Fachbildung zum Ziel und erweitert die
vorher erworbene allgemeine Bildung. Damit will sie zur Erfüllung der Aufgaben im Beruf
sowie zur Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in sozialer und ökologischer
Verantwortung befähigen. Sie richtet sich dabei nach den für diese Schulart geltenden
Regelungen der Schulgesetze der Länder. Insbesondere der berufsbezogene Unterricht
orientiert sich außerdem an den für jeden einzelnen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf
bundeseinheitlich erlassenen Berufsordnungsmitteln:

  • Rahmenlehrplan der ständigen Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Länder
    (KMK)
  • Ausbildungsordnungen des Bundes für die betriebliche Ausbildung.
    Nach der Rahmenvereinbarung über die Berufsschule (Beschluss der KMK vom 15.03.1991)
    hat die Berufsschule zum Ziel,
  • “eine Berufsfähigkeit zu vermitteln, die Fachkompetenz mit allgemeinen Fähigkeiten
    humaner und sozialer Art verbindet;
  • berufliche Flexibilität zur Bewältigung der sich wandelnden Anforderungen in Arbeitswelt
    und Gesellschaft auch im Hinblick auf das Zusammenwachsen Europas zu entwickeln;
  • die Bereitschaft zur beruflichen Fort- und Weiterbildung zu wecken;
  • die Fähigkeit und Bereitschaft zu fördern, bei der individuellen Lebensgestaltung und im
    öffentlichen Leben verantwortungsbewusst zu handeln.”

Zur Erreichung dieser Ziele muss die Berufsschule

  • den Unterricht an einer für ihre Aufgaben spezifischen Pädagogik ausrichten, die
    Handlungsorientierung betont;
  • unter Berücksichtigung notwendiger beruflicher Spezialisierung berufs- und
    berufsfeldübergreifende Qualifikationen vermitteln;
  • ein differenziertes und flexibles Bildungsangebot gewährleisten, um unterschiedlichen
    Fähigkeiten und Begabungen sowie den jeweiligen Erfordernissen der Arbeitswelt und
    Gesellschaft gerecht zu werden;
  • im Rahmen ihrer Möglichkeiten Behinderte und Benachteiligte umfassend stützen und
    fördern;
  • auf die mit Berufsausübung und privater Lebensführung verbundenen
    Umweltbedrohungen und Unfallgefahren hinweisen und Möglichkeiten zu ihrer
    Vermeidung bzw. Verminderung aufzeigen.

Die Berufsschule soll darüber hinaus im allgemeinen Unterricht und soweit es im Rahmen
berufsbezogenen Unterrichts möglich ist, auf Kernprobleme unserer Zeit wie z.B.

  • • Arbeit und Arbeitslosigkeit,
  • friedliches Zusammenleben von Menschen, Völkern und Kulturen in einer Welt unter
    Wahrung kultureller Identität,
  • Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage sowie
  • Gewährleistung der Menschenrechte

eingehen.

Die aufgeführten Ziele sind auf die Entwicklung von Handlungskompetenz gerichtet. Diese
wird hier verstanden als die Bereitschaft und Fähigkeit des einzelnen, sich in
gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Situationen sachgerecht, durchdacht sowie
individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.

Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen von Fachkompetenz, Personal-
Kompetenz und Sozialkompetenz.

Fachkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, auf der Grundlage fachlichen
Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet
und selbständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen.

Personalkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, als individuelle Persönlichkeit
die Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und
öffentlichem Leben zu klären, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu
entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und fortzuentwickeln. Sie umfasst personale
Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit,
Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Zur ihr gehören insbesondere auch die Entwicklung
durchdachter Wertvorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an Werte.

Sozialkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, soziale Beziehungen zu leben
und zu gestalten, Zuwendungen und Spannungen zu erfassen, zu verstehen sowie sich mit
anderen rational und verantwortungsbewusst auseinanderzusetzen und zu verständigen.
Hierzu gehört insbesondere auch die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarität.

Methoden- und Lernkompetenz erwachsen aus einer ausgewogenen Entwicklung dieser drei
Dimensionen.

Kompetenz bezeichnet den Lernerfolg in Bezug auf den einzelnen Lernenden und seine
Befähigung zu eigenverantwortlichem Handeln in privaten, beruflichen und gesellschaftlichen
Situationen. Demgegenüber wird unter Qualifikation der Lernerfolg in Bezug auf die
Verwertbarkeit, d.h. aus der Sicht der Nachfrage in privaten, beruflichen und gesellschaftlichen
Situationen, verstanden (vgl. Deutscher Bildungsrat, Empfehlungen der Bildungskommission
zur Neuordnung der Sekundarstufe II).

Teil III: Didaktische Grundsätze

Die Zielsetzung der Berufsausbildung erfordert es, den Unterricht an einer auf die Aufgaben
der Berufsschule zugeschnittenen Pädagogik auszurichten, die Handlungsorientierung betont
und junge Menschen zu selbstständigem Planen, Durchführen und Beurteilen von
Arbeitsaufgaben im Rahmen ihrer Berufstätigkeit befähigt.

Lernen in der Berufsschule vollzieht sich grundsätzlich in Beziehung auf konkretes
berufliches Handeln sowie in vielfältigen gedanklichen Operationen, auch gedanklichem
Nachvollziehen von Handlungen anderer. Dieses Lernen ist vor allem an die Reflexion der
Vollzüge des Handelns (des Handlungsplans, des Ablaufs, der Ergebnisse) gebunden. Mit
dieser gedanklichen Durchdringung beruflicher Arbeit werden die Voraussetzungen
geschaffen für das Lernen in und aus der Arbeit. Dies bedeutet für den Rahmenlehrplan, dass
die Beschreibung der Ziele und die Auswahl der Inhalte berufsbezogen erfolgt.

Auf der Grundlage lerntheoretischer und didaktischer Erkenntnisse werden in einem
pragmatischen Ansatz für die Gestaltung handlungsorientierten Unterrichts folgende
Orientierungspunkte genannt:

  • Didaktische Bezugspunkte sind Situationen, die für die Berufsausübung bedeutsam sind
    (Lernen für Handeln).
  • Den Ausgangspunkt des Lernens bilden Handlungen, möglichst selbst ausgeführt oder aber
    gedanklich nachvollzogen (Lernen durch Handeln).
  • Handlungen müssen von den Lernenden möglichst selbstständig geplant, durchgeführt,
    überprüft, ggf. korrigiert und schließlich bewertet werden.
  • Handlungen sollten ein ganzheitliches Erfassen der beruflichen Wirklichkeit fördern, z.B.
    technische, sicherheitstechnische, ökonomische, rechtliche, ökologische, soziale Aspekte
    einbeziehen.
  • Handlungen müssen in die Erfahrungen der Lernenden integriert und in Bezug auf ihre
    gesellschaftlichen Auswirkungen reflektiert werden.
  • Handlungen sollen auch soziale Prozesse, z.B. der Interessenerklärung oder der Konfliktbewältigung,
    einbeziehen.

Handlungsorientierter Unterricht ist ein didaktisches Konzept, das fach- und
handlungssystematische Strukturen miteinander verschränkt. Es lässt sich durch unterschiedliche
Unterrichtsmethoden verwirklichen.

Das Unterrichtsangebot der Berufsschule richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, die sich
nach Vorbildung, kulturellem Hintergrund und Erfahrungen aus den Ausbildungsbetrieben
unterscheiden. Die Berufsschule kann ihren Bildungsauftrag nur erfüllen, wenn sie diese
Unterschiede beachtet und Schülerinnen und Schüler- auch benachteiligte oder besonders
begabte – ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend fördert.

Teil IV: Berufsbezogene Vorbemerkungen

Der vorliegende Rahmenlehrplan für die Berufsausbildung zum Fachlageristen/zur
Fachlageristin ist mit der Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich in den
Ausbildungsberufen Fachlagerist/Fachlageristin und Fachkraft für Lagerlogistik vom
26.07.2004 (BGBl S. 1887) abgestimmt.

Der für den Prüfungsbereich Wirtschaft- und Sozialkunde wesentliche Lehrstoff der
Berufsschule wird auf der Grundlage der „Elemente für den Unterricht der Berufsschule im
Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde gewerblich-technischer Ausbildungsberufe“ (Beschluss
der Kultusministerkonferenz vom 18.05.1984) vermittelt.

Der Fachlagerist und die Fachlageristin sind im operativen Bereich in Lägern der Industrie,
des Handwerks, des Handels, der Spedition oder anderer logistischer Dienstleister beschäftigt.

Die Lernfelder und die dazugehörigen Zielformulierungen orientieren sich an exemplarischen
Handlungsfeldern.

Die Zielformulierungen und Inhalte der Lernfelder des Rahmenplans sind so umzusetzen,
dass sie zur beruflichen Handlungskompetenz führen. Die Zielformulierungen beschreiben
den Zustand am Ende des Lernprozesses. Die aufgeführten Inhalte verstehen sich als
Mindestumfang zum Erreichen der formulierten Ziele.

Der Erwerb der im Rahmen des Bildungsauftrags geforderten Kompetenzen ist durch die
Bearbeitung handlungsorientierter Aufgabenstellungen in allen Ausbildungsjahren zu sichern.

Der Umgang mit aktuellen Medien, moderner Bürokommunikation und berufsbezogener
Software zur Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung ist integrativ zu
vermitteln. Hierfür ist ein Gesamtumfang von mindestens 80 Unterrichtsstunden im
Rahmenlehrplan berücksichtigt.

Mathematische Inhalte sind den Lernfeldern zugeordnet und durchgängig integrativ
anzuwenden.

Die fremdsprachlichen Ziele und Inhalte sind mit 40 Stunden in die Lernfelder integriert.

Arbeitssicherheit und Umweltschutz haben für den Fachlageristen und die Fachlageristin eine
besondere Bedeutung; deshalb ist während der gesamten Berufsausbildung ein
Problembewusstsein dafür zu entwickeln. Insbesondere sind

  • Grundsätze und Maßnahmen der Unfallverhütung und des Arbeitsschutzes zur
    Vermeidung von Gesundheitsschäden und zur Vorbeugung von Berufskrankheiten zu
    beachten,
  • Notwendigkeiten und Möglichkeiten einer von humanen und ergonomischen
    Gesichtspunkten bestimmten Arbeits- und Arbeitsplatzgestaltung zu berücksichtigen,
  • berufsbezogene Umweltbelastungen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung bzw.
    Verminderung zu beachten,
  • die Wiederverwertung bzw. sachgerechte Entsorgung von Abfallstoffen durchzuführen,
  • Grundsätze und Maßnahmen zum rationellen Einsatz der bei der Arbeit genutzten
    Ressourcen zu berücksichtigen.

Teil V: Lernfelder

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf Fachlagerist/Fachlageristin

Lernfelder Zeitrichtwerte in Stunden
Nr.  1. Jahr 2. Jahr
1 Güter annehmen und kontrollieren 80
2 Güter lagern 100
3 Güter bearbeiten 60
4 Güter im Betrieb transportieren 40
5 Güter kommissionieren 60
6 Güter verpacken 80
7 Güter verladen 80
8 Güter versenden 60
Summe (insgesamt 560 Std.) 280 280

Lernfeld 1: Güter annehmen und kontrollieren

1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 80 Stunden

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die Lager- und
Transportbereiche und ordnen die eigenen Arbeitsbereiche in den betrieblichen Ablauf ein.
Die Schülerinnen und Schüler kennen die Arbeitsabläufe im Wareneingang. Sie führen
entsprechende Belegprüfungen durch und kontrollieren die eingehenden Packstücke. Sie
dokumentieren den ordnungsgemäßen Empfang. Bei auftretenden Leistungsstörungen setzen
sie sich mit dem Frachtführer verantwortungsbewusst und zielgerichtet auseinander und leiten
sachgerechte Maßnahmen ein. Dabei unterscheiden sie zwischen Transport- und Sachschäden.

Die Schülerinnen und Schüler entladen unter Einsatz entsprechender Arbeitsmittel nach
handelsrechtlichen und vertraglichen Regelungen und wählen einen geeigneten Platz für die
eingehende Ware aus. Dabei beachten sie Sicherheitsvorschriften. Sie gehen mit den
empfangenen Verpackungen art- und umweltgerecht um.

Die Schülerinnen und Schüler kontrollieren die Güter quantitativ und qualitativ. Sie
verwenden geeignete Belege, Prüfmittel sowie Hilfsmittel und beachten dabei sowohl
rechtliche als auch betriebliche Vorgaben. Sie dokumentieren das Ergebnis der Güterkontrolle
und veranlassen Maßnahmen zur Mängelbeseitigung.

Sie begreifen die Kontrolle der Güter als wesentlichen Teil der Qualitätssicherung und
entwickeln eigene Ideen zur Verbesserung der Abläufe.

Inhalte:

  • Warenbegleitpapiere
  • Zuständigkeit beim Entladen des Transportfahrzeuges
  • persönliche Schutzausrüstung
  • Beachtung von Sicherheitskennzeichen
  • Schadensbeurteilung
  • Reklamationsfristen
  • Mängelarten
  • Separierung
  • Aufbewahrungspflicht
  • Tausch von Mehrwegverpackungen
  • Barcodierungen

Lernfeld 2: Güter lagern

1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 100 Stunden

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler kennen die Aufgaben der Lagerhaltung und unterscheiden
Lagerarten nach der Art des einlagernden Betriebes, nach dem Standort, nach der Bauweise
und nach dem Eigentümer des Lagers.

Sie machen sich mit Lagereinrichtungen vertraut und unterscheiden zwischen statischer und
dynamischer Lagerung.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Art, Beschaffenheit, Volumen und
Gewicht der einzulagernden Güter und bereiten diese auf die Einlagerung vor. Sie lagern die
Güter unter Beachtung der Einlagerungsgrundsätze ein und dokumentieren die Einlagerung.
Die Schülerinnen und Schüler gehen mit gefährlichen Stoffen verantwortungsbewusst um.
Sie sichern Güter vor Verlust durch den Einsatz präventiver Maßnahmen des Diebstahl- und
Brandschutzes und reagieren situationsgerecht.

Inhalte:

  • Vorschriften zu Lagereinrichtungen
  • Ladefläche, Anstellfläche, Lagerfläche, Wege, Güterbearbeitungsfläche
  • Flächen- und Raumberechnung
  • Volumenberechnung
  • Regalarten, Bodenlagerung
  • Komplettierung, Vorverpackung, Preisauszeichnung
  • verderbliche Güter, Kühlgüter, Stapelfähigkeit, Zusammenlagerungsverbote
  • arbeitsplatzbezogene Software
  • Gefahrstoffkennzeichnung
  • Betriebsanweisung
  • gesetzliche Vorgaben zu Arbeitsschutz, Arbeitsstätten, Gerätesicherheit
  • Feuerwarnanlagen, Handfeuerlöscher, Sprinkleranlagen, CO2-Anlagen

Lernfeld 3: Güter bearbeiten

1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Stunden

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler führen während der Lagerung Maßnahmen zur
Güterbearbeitung durch, wählen die erforderlichen Arbeitsmittel aus, pflegen und verwenden
sie zweckentsprechend. Dabei wenden sie gesetzliche Vorgaben zum Arbeitsschutz und zur
Unfallverhütung an. Sie bewahren anfallende Verpackungen auf oder führen sie einer
umweltgerechten Entsorgung zu.

Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Notwendigkeit der Kontrolle und Pflege
eingelagerter Güter. Sie führen entsprechende Maßnahmen zur Qualitätserhaltung und
-verbesserung der Güter durch.

Die Schülerinnen und Schüler führen Inventurarbeiten durch und dokumentieren das
Ergebnis. Sie unterscheiden Lagerkennzahlen und berechnen diese anhand von vorgegebenen
Formeln.

Inhalte:

  • gesetzliche Vorgaben zur Abfallentsorgung
  • Klammer-, Hebe- und Umreifungsgeräte
  • Sichtkontrolle, Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Zähl-, Mess- und Wiegeeinrichtungen, Scanner
  • Luftfeuchtigkeit, Temperatur, UV-Strahlung
  • Inventurarten
  • Meldebestand, Mindestbestand, Höchstbestand, durchschnittlicher Lagerbestand,
  • Umschlagshäufigkeit, Lagerdauer, Lagerreichweite

Lernfeld 4: Güter im Betrieb transportieren

1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Stunden

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler kennen die Bedeutung des innerbetrieblichen Materialflusses
für die betrieblichen Abläufe und die Notwendigkeit des dazugehörigen Informationsflusses.
Sie wählen die geeigneten Fördermittel und -hilfsmittel in Abhängigkeit von der Güterart und
Gütermenge, der Wegstrecke, den vorhandenen Lagereinrichtungen sowie der Häufigkeit und
Geschwindigkeit der Beförderung aus. Sie nutzen die Fördermittel und -hilfsmittel
vorschriftsmäßig, umweltschonend und Kosten sparend. Die Schülerinnen und Schüler
verhalten sich sicherheitsbewusst. Bei Unfällen reagieren sie situationsgerecht und leiten erste
Maßnahmen ein.

Inhalte:

  • Stetigförderer
  • Unstetigförderer
  • flurfreie Fördersysteme
  • flurgebundene Fördersysteme
  • Hebezeuge
  • Regalbediengeräte
  • Handtransport
  • gesetzliche Vorschriften zur Unfallverhütung

Lernfeld 5: Güter kommissionieren

2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Stunden

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler kontrollieren die Arbeitsunterlagen und bereiten die
Kommissionierung unter Berücksichtigung der jeweiligen Lager- und Kommissioniersysteme
vor. Die Schülerinnen und Schüler kommissionieren nach unterschiedlichen Methoden. Sie
bewerten die Kommissionierzeiten und schlagen Möglichkeiten zur Verbesserung vor.

Inhalte:

  • dynamische und statische Kommissioniersysteme
  • beleglose Kommissionierung
  • auftrags- und serienorientierte Kommissioniermethoden
  • ein- und zweidimensionale Fortbewegung
  • manuelle, mechanische und automatische Entnahme
  • zentrale, dezentrale Abgabe und Pick-Pack-Verfahren
  • manuelle und automatische Kontrolle

Lernfeld 6: Güter verpacken

2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 80 Stunden

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler verpacken Güter kundenorientiert. Sie wählen die
verschiedenen Packmittel und -hilfsmittel nach ihren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten
aus und berücksichtigen dabei Güter- und Transportart, Transportweg und Wirtschaftlichkeit.
Sie wenden die gesetzlichen und vertraglichen Regelungen zur Vermeidung und Verwertung
von Verpackungsabfällen an. Beim Verpacken der Güter beachten sie die
Arbeitssicherheitsvorschriften unter besonderer Berücksichtigung der Gefahren im Umgang
mit gefährlichen Stoffen. Die Schülerinnen und Schüler wählen die entsprechenden
Maschinen und Werkzeuge aus und setzen sie zweckentsprechend ein. Sie nehmen die
Beschriftungen und Kennzeichnungen der Verpackung gemäß rechtlicher Bestimmungen
verantwortungsbewusst vor. Sie stellen Güter zu Ladeeinheiten zusammen.

Inhalte:

  • Begriffe der Verpackung
  • Funktionen der Verpackung
  • Beanspruchungen der Verpackung

Lernfeld 7: Güter verladen

2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 80 Stunden

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler bereiten unter Beachtung gesetzlicher Regelungen sowie
vertraglicher Vorgaben die Verladung der Güter kosten- und kundenorientiert vor. Sie
übernehmen die zu versendenden Güter und ermitteln das Frachtgewicht sowie das
Frachtvolumen. Sie kontrollieren Verkehrs- und Beförderungsmittel auf Einsetzbarkeit.
Die Schülerinnen und Schüler sprechen die Verladung mit dem Frachtführer ab. Sie nutzen
geeignete Fördermittel, Förderhilfsmittel und Ladehilfen. Sie laden, stauen und befestigen die
Güter in Abhängigkeit der Versandart sowie des Bestimmungsortes beförderungssicher.

Die Schülerinnen und Schüler führen bei Gefahrguttransporten erforderliche Kontroll-,
Verlade-, Sicherungs- und Kennzeichnungsmaßnahmen nach Vorgabe durch.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Folgen fehlerhaften Verladens auf Gesellschaft,
Umwelt und Wirtschaft.

Inhalte:

  • Ladeliste, Beladeplan
  • Ladehöhe, Schwerpunkt
  • Palette, Gitterboxen, Container
  • Sauberkeit, Beschädigung, Geruchsfreiheit
  • Verplombung
  • Laderampen, Ladebrücken
  • Flächen-, Volumenberechnung
  • Gewichte, Kräfte
  • Sicherungstechniken
  • Sicherungsmittel

Lernfeld 8: Güter versenden

2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Stunden

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die verschiedenen Arten
des Versandes von Gütern und die dafür zu nutzenden Verkehrsträger. Sie beurteilen die
Vorteile und Nachteile der Verkehrsmittel. Sie ermitteln aus vorgegebenen Frachttabellen die
Kosten des Versandes. Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden die Aufgaben von
Frachtführer und Spediteur. Sie gleichen Versandpapiere mit der Ladung ab und reagieren bei
Abweichungen situationsgerecht.

Die Schülerinnen und Schüler erkunden Verkehrswege zwischen bedeutenden
Wirtschaftszentren in Deutschland und Europa.

Inhalte:

  • Lieferschein, Frachtbrief, Ladeschein, Bill of Lading, Air Waybill